
Man kann es nicht anders sagen - es ist einfach ein Elend: Rund 60 Prozent der Grundschulkinder in Deutschland können nicht sicher schwimmen, 20 Prozent können es gar nicht. Wir haben hier im Podcast schon mehrfach darüber berichtet, darüber, dass es zu wenig Schwimmlehrer:innen gibt, zu wenig Kurse und vor allem viel zu wenig Wasserflächen. Zwar ist Schwimmunterricht in Deutschland in der 3. Klasse Pflicht - aber das reicht hinten und vorne nicht, besonders, wenn die Grundschulkinder bis dahin mit Wasser praktisch gar nicht in Berührung gekommen sind (außer zum Waschen natürlich). Hinzu kommt, dass der Unterricht nicht überall verlässlich stattfindet oder stattfinden kann, weil es an Lehrkräften fehlt oder kein Bus zum Schwimmbad fährt - und das, obwohl der Schwimmunterricht in allen Bundesländern fest im Lehrplan verankert ist.Die Stiftung „Deutschland schwimmt“ will das ändern und setzt sich dafür ein, dass Schwimmen lernen ein Grundrecht wird. Mit dem Gründer der Stiftung, Alexander Gallitz haben wir in Folge 90 schon mal gesprochen, er ist zudem der Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbandes, ihm liegt besonders am Herzen, dass auch Kinder mit Beeinträchtigungen sicher und angstfrei schwimmen lernen. Zudem ist für unseren Podcast auch Sabine Kurz zur lieb gewonnenen Gesprächspartnerin geworden, nach 30 Jahren als Managerin bei Siemens steuert sie nun die Geschicke von „Deutschland schwimmt“.Heute haben wir aber einen ganz besonderen Anlass, um zu viert miteinander zu sprechen - „Deutschland schwimmt“ und die Chlorgesänge sind nämlich ab sofort Kooperationspartner! Völlig gemeinnützig und nicht kommerziell, aber gemeinsam wollen wir die Themen Schwimmsicherheit und Schwimmen lernen noch viel stärker an die Öffentlichkeit tragen. Bei der Gelegenheit erzählt Sabine von ihrer aktuellen Aktion „Planschen, lernen, sicher werden, die zur Zeit bundesweit in 500 Kindergärten stattfindet. Mit dabei: Die Schwimmpuppe Lizzie, mit der wir uns auch schon ganz herrlich vergnügt haben!Alex wiederum freut sich darüber, dass die Stiftung immer mehr Inklusions-Schwimmlehrer:innen ausbilden kann, erst kürzlich allein 60 in Hamburg. 400 ausgebildete Schwimmlehrer:innen sind es mittlerweile insgesamt, und das in einem Zeitraum von gut drei Jahren. Da ist die Stiftung zu recht sehr stolz drauf. In Planung ist zudem, eine Plattform zu schaffen, auf der Eltern mit beeinträchtigten Kindern gezielt weitergeholfen wird, wenn sie einen Schwimmkurs für ihr Kind suchen. Auch pädagogisches Fachpersonal wird von der Stiftung in Sachen Wassergewöhnung ausgebildet - und dafür braucht man noch nicht mal ein Schwimmbad! Schwimmen im Freiwasser ist ebenfalls ein Thema für die Stiftung. Und dass der Speaker und Para-Schwimmer Janis McDavid durch die Stiftung überhaupt erst schwimmen gelernt hat und mittlerweile Weltrekorde erzielt, ist für uns alle immer noch der Wahnsinn!Ende Oktober soll zusammen mit Round Table 44 ein Charity-24-Stunden-Schwimmen stattfinden, Schirmherrin wird Britta Steffen sein. Das Ziel: Schwimmsicherheit für Berliner Kinder, mit den Spenden soll Schwimmunterricht finanziert werden. Aber auch so freut sich die Stiftung immer über Spenden - jeder Euro zählt.Denn das Ziel ist am Ende immer, dass ein weiteres Kind schwimmen lernt.
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